Der Name VfL Wingst taucht erstmals 1969 auf.

Da für das Alter eines Vereins die Gründung des ältesten Stammvereins maßgeblich ist, stützte man sich auf das Gründungsdatum des TSV Höftgrube vom 4.5.1913 und nannte sich "VfL Wingst von 1913 e.V.".

Auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden Wingster Sportvereine TSV Höftgrube und 1. FC Wingst am 14. August 1969 wurde die Fusion zum VfL Wingst beschlossen. Diese Fusion bedeutete, daß alle sportlich Aktiven der Wingst ab nun über ein gemeinsames Sprachrohr verfügten.

Der erste geschäftsführende Vorstand bestand aus:

1. Vorsitzender: Walter Umland
2. Vorsitzender: Günter Pinz
Sportwart: Hugo Wilkens
Schatzmeister: Richard Wagner
Schriftführer: Erich Brüning

Da nach den Zusammenlegungsbestimmungen maßgeblich für das Alter des Vereins die Gründung des ältesten Stammvereins ist, stützte man sich auf das Gründungsdatum des TSV Höftgrube vom 4. 5. 1913 und nannte sich fortan "VfL Wingst von 1913 e. V.".

Mittlerweile ist aus den beiden zusammengeschlossenen Teilen eine Einheit geworden, die auch in Notzeiten zusammenhält. Das sportliche Angebot ist vielfältiger geworden, so wurde zum Beispiel 1976 eine Tennisabteilung gegründet, die sehr großen Zustrom genießt.

Stolz ist der VfL Wingst mit Recht darauf, daß es ihm mit Hilfe des Landkreises Cuxhaven, der Gemeinde Wingst und der Samtgemeinde "Am Dobrock" 1978 gelang, eine vereinseigene Tennishal­le zu bauen, die auch durch Nachbarvereine sehr gut frequentiert wird. Eine vereinseigene Tennishalle gibt es sonst im Gebiet des Landkreises Cuxhaven nicht.

Die früher in den Sportvereinen zu beobachtende "Männervorherrschaft" ist im VfL Wingst endgültig überwunden, da an verantwortlicher Stelle im Vorstand, in den Abteilungen und in der Jugendarbeit Frauen sehr aktiv mitarbeiten. Der VfL Wingst ist innerhalb der Gemeinde Wingst der einzige Verein, der das gesamt Gemeindegebiet umfaßt und trägt somit neben den sportlichen Förderun­gen dazu bei, daß sich die Bürger der Wingst in diesem weitläufigen Raum näher­ kommen. Ich wünsche unserem VfL Wingst, daß er auch in Zukunft bei Wettkämpfen und Sportfesten erfolgreich ist und damit weiter Werbung betreibt für fairen Sport, für den Verein und für unsere schöne Heimatgemeinde Wingst.

Walter Umland, ehemaliger 1.Vorsitzender

 

Die Geschichte der beiden Stammvereine wird im Nachfolgenden kurz dargestellt.

 

Der 2. Stammverein - der 1. FC Wingst - wurde am 7. Januar 1950 von ehemali­gen Mitgliedern des TSV Westerhamm  gegründet, der somit im weiteren Sinne auch ein Vorläufer des VfL Wingst ist. Dem 1. FC Wingst wurde 1961 die in Weißenmoor bestehende unabhängige Tischtennisgruppe auf Antrag ihrer Mitglieder eingegliedert. Der 1. FC Wingst schuf sich im Laufe der Jahre im Sport einen klangvollen Namen. Zu den sportli­chen Höhepunkten zählen sicherlich die Verbandsligajahre der Tischtennisspieler und die Bezirksklassenzugehörigkeit der Fußballer.

Nachfolgend sind alle 1. Vorsitzenden beider Stammvereine aufgeführt:

Sportverein Wassermühle, später TSV Höftgrube:

 

1. August Arp 1913-1925
2. CIaus Katt 1925-1937
3. Ernst Wessel 1946-1951
4. Dr. Otto Meyer 1951-1953
5. Bernhard Schmilz 1953 -1969
6. Walter Umland 1969 - Fusion

 

1.FC Wingst:

1. Erwin Gemballa 1950 -1951
2. Leo Bikowski 1951-1952
3. Harald Bedrit 1951 -1952 (1 Jahr)
4. Hermann Drewes 1952 -1954
5. Günter Pinz 1954 -1969 (Fusion)

Am 4. 5. 1913 trafen sich in der Gaststätte "Himmelreich" zwölf Herren und grün­deten den "Sportverein Wassermühle".

Nach Verabschiedung der Statuten wurden 1913 in den ersten Vorstand gewählt: Herr August Arp und Herr Wilshusen als 1. und 2. Vorsitzender, Herr Hantelmann und Herr D. Burmester zum Schriftführer und dessen Stellvertreter, Gerätewart Herr H. von Bargen. 17 Herren traten dem Verein bei, die erste ausgeübte Sportart war Faustball auf dem Spielplatz in Freesenmoor.

Die Aufstellung der beiden Mannschaften geschah damals in der Versammlung durch schriftliche Wahl, bei der die Sportler mit der kleineren Stimmenzahl auto­matisch in die zweite Mannschaft rutschten. In einem Protokoll vom Dezember 1913 heißt es: "Sodann verbreitete sich Herr Arp über die Jugendpflege in den Wintermonaten, um in dieser Zeit auf den Geist, statt wie im Sommer auf den Körper wohltuend einzuwirken". Es ging den Sportlern also auch damals schon nicht nur um die rein sportlichen Übungen. Der mangelnde Raum bot dabei allerdings große Schwierigkeiten, da man die Zusammenkunft der Jugendlichen in einem Gasthaus nicht für wünschenswert hielt.

Letzten Endes wurde dann eine dafür angebotene Privatstube und später der Warteraum des Höftgruber Bahnho­fes als Versammlungsraum genutzt. Aus dem Protokoll der Jahreshauptversamm­lung 1914 ist folgender Satz bemerkenswert: "Die Kameraden A. Arp und H. Thumann prüften hierauf die Bücher, welche mit einem Cassenbestande von 15,80 M abschlössen. Hierzu wurde beschlossen, 10 davon bei der Gemeinde-Sparcasse zinstragend anzulegen".

Als nach dem Kriege die sportlichenAktivitäten wieder in Gang gekommen waren, wurde am 15. August 1922 eine Theaterkommission gebildet, die dann die noch heute so erfolgreiche Laienspielgruppe ins Leben rief.

Am 17. Januar 1925 kam dann in einer Versammlung erstmalig der Gedanke auf, sich mit dem "Sportverein Dobrock" zu verschmelzen. In einer großen Versamm­lung am 12. Februar 1925 wurden beide Vereine im neuen Vereinslokal Katt, Höftgrube, zu dem "Turnverein Höftgrube" zusammengeschlossen. Um an nötige Gelder für Geräte im neuen Verein zu kommen, wurde eine Aufnahmegebühr gefordert, die bei Jugendlichen 2,- Mk, bei Erwachsenen 5,- Mk betrug. Der Monatsbeitrag wurde festgesetzt auf 0,50 Mk für Jugendliche und 1,- Mk für Erwachsene (das war verglichen mit unserem heutigen Beitrag sehr viel!), ebenso wurden Anteilscheine in Höhe von 5,- Mk ausgegeben.

Der erste neugewählte Vorstand des "Turnvereins Höftgrube" setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

1. Vorsitzender Klaus Katt
2. Vorsitzender Gustav Möller
Schriftführer Richard Lorenz
Kassenführer Ernst Mählmann
Gerätewart B. Bartels
Turnwart Heinrich Eckhoff
Spielwart Ernst Wessel

Im Jahre 1925 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen. In diesem Jahr fing das Vereinsleben neu an zu blühen. Die Mitgliederzahl wuchs ständig und mit der Gaumeisterschaft im Faustball kam der erste überregionale Erfolg. Interessant für uns ist auch der Beschluß des damaligen Vorstandes, bei Abend­veranstaltungen wie Schauturnen und Theaterabend Mitglieder ohne getragenes Vereinsabzeichen den höheren Eintritt von Nichtmitgliedern entrichten zu lassen.


 

Am 2. März 1946 fand die Neugründung des Turnvereins unter dem Namen "Turn-und Sportverein Höftgrube" statt, auf der 41 Mitglieder dem neuen Verein beitra­ten, 19 Männer, 8 Frauen, 8 männliche und 6 weibliche Jugendliche. Die alte Satzung wurde beibehalten.

Gewählt wurde als neuer Vorstand:

1. Vorsitzender Ernst Wessel
2. Vorsitzender Wilhelm Schaper
Kassenwart Günther Lorey
Turnwart Johannes Schumacher
Turnwartin Irma Lorey
Spielwart Robert König
Gerätewart Willi Lütje

Bereits 2 Wochen später am 15. März fand eine große Werbeveranstaltung statt, die dem Verein gute Einnahmen und weitere neue Mitglieder brachte. Von diesem Überschuß wurden dann erstmalig Übungsleitergelder an Sportlehrkräfte gezahlt. In dieser Zeit, am 30. 3. 1947, wurde auch der "Sportbund Kreis Land Hadeln" gegründet. Damit war die Trennung von Cuxhaven vollzogen, das - durch den Turngau gesteuert - auch sportlich eine Einheit mit Land Hadeln gebildet hatte.

Einen weiteren großen Zuwachs erfuhr der Verein im Jahre 1948 durch Neuaufnahmen von 40 Mitgliedern, 29 Männer und 11 Frauen. Zugleich bemühte man sich im gleichen Jahr um einheitliche Vereinskleidung, nämlich weißes Hemd (mit Vereinsabzeichen) und blauer Hose. Am 30. 5.1949 wurde dann die heute so große Fußbailabteilung wieder aktiv, deren Trainer Dr. Hans Rate wurde, als Fachwart für Fußball wählte man Kurt Wenger.1950 gliederte sich der Verein bereits in folgende Sparten: Tischtennis, Turnen, Fußball, Frauenturnen, Rhönradfahren, Volkstänze und Kinderturnen. Die Vielfältig­keit war also auch damals bereits gegeben.

In den Jahren 1958/1959 wurde das Dobrock-Heim errichtet, dessen Einweihung dann im August 1959 gefeiert wurde. Um sich ein Anrecht speziell auf die Nut­zung der Umkleide- und Sanitärräume zu sichern, wurden von den Vereinsmitgliedem über 400 Arbeitsstunden geleistet. Die Beteiligten von damals werden sich noch daran erinnern, daß sie hierbei einmal in eine sehr gefährliche Situation gerieten: Bei Erdarbeiten wurde ein Hornissennest aufgegraben und mehrere Mitglieder erlitten Einstiche durch die aufgeschreckten Insekten. Glücklicherweise konnte die ärztliche Versorgung sofort durch den ebenfalls mithelfenden Ex-Trainer Dr. Plate erfolgen.

1983 feierte der TSV Höftgrube sein 50-jähriges Jubiläum unter großer Beteiligung der Wingster Vereine und der Nachbarortvereine im Saal des Gasthauses Kröncke, Weißenmoor.